Der Wasser-Erlebnisweg St. Jakob i. Def.
Der große Wasser-Erlebnisweg von St. Jakob führt bis nach Maria Hilf und lädt zum Erholen, Spielen und Entdecken ein: Ruheplätze, naturnahe Wasserspielplätze, Trinkwasserquellen und ein tosender Wasserfall. Die verschiedenen Brücken eignen sich dazu, auch einmal direkt über dem Fluss zu verweilen und die Gedanken fließen zu lassen. Im Garten des nahen Gasthauses „Zollwirt“ genießt man den Ausblick auf den Wasserfall. Entlang des Höhenweges vorbei an der Wasserschule kann man sich einen Überblick über das Tal verschaffen.
Wer nicht so weit gehen möchte, kommt von Maria Hilf mit dem öffentlichen Bus bequem wieder ins Dorfzentrum von St. Jakob zurück.
Die Stadtner Mühle am Maria Hilfer Wasserfall
Wasserbetriebene Getreidemühlen haben den Menschen über einen langen Zeitraum die händisch mühsame und wiederkehrende Mahlarbeit abgenommen. Bis Mitte des letzten Jh wurde in den Alpentälern intensiv Ackerbau zur Eigenversorgung betrieben. Durch wirtschaftsbedingte Umstrukturierung auf Grünlandwirtschaft mit reiner Viehhaltung sind viele Spuren ehemaligen bergbäuerlichen Wirkens verloren gegangen. Die „Stadtner Mühle“ am Ragötzbach (auch: Stallebach) ist eine der letzten Zeugen vollendeter vorindustrieller Technik. Sie wurde bewahrt und kann bei Mahlvorführungen besichtigt werden.
Flussaufweitung Schwarzach
In der Ortschaft Maria Hilf bestand durch ein enges Flussprofil bei Hochwasser mit Geröll und Wildholz die Gefahr, dass die Schwarzach ausufert. Tiefer liegende Eingänge alter Häuser und der Kapelle sind stumme Zeugen früherer Murereignisse. Durch Aufweitungen der Schwarzach, durch die Schaffung eines Geschiebeablagerungsplatzes mit Flachufern und Inseln konnten diese Gefahren minimiert werden. Zudem wurde der Gewässerabschnitt durch Buchten, Flachufer und Stillwasserflächen für Erholungssuchende aufgewertet.
Quellflur am Rachboden
Der klare Quellbach wird aus der Marienquelle gespeist, welche an verschiedenen Stellen bis etwa 100 m oberhalb des Rachbodens aus dem Berg tritt. In Kaskaden fließt das Wasser über die losen Steine. Hier finden sich spezialisierte Tierarten, wie Strudelwürmer und Eintagsfliegenlarven, die eine sehr gute Gewässergüte anzeigen. Auch Grasfrösche,
Bergmolche und Feuersalamander sowie eine geschützte Orchideenart, das gefleckte Knabenkraut, können entdeckt werden.
Niedermoor & Feuchtwiese
Eine besonders naturkundlich interessante Landschaft ist das ehemalige Überschwemmungsgebiet der Schwarzach. Zwischen rechtem Ufer und dem Quellbach der
Marienquelle bildete sich im Laufe der Jahre ein Niedermoor mit Tümpeln und Feuchtwiesen heraus. An den Standorten mit geringem Baumbestand kann man die unterschiedliche
Wasserversorgung des Bodens erkennen: Trockenstress im Wechsel mit einem Wasserüberangebot lässt Fichten absterben. Borstgrasrasen zeigen ehemalige Weidefl ächen
an, denn dieses harte Gras wird vom Vieh nicht gefressen und kann sich daher ausbreiten. Aus der Moorvegetation treten Wollgras, Orchideen und die Kukucks-Lichtnelke hervor.
Buchtipp:
Eberhardt Stüber: Naturführer Wassererlebnisweg (1997) Österreichischer Alpenverein








